Die Sekundarschule in Nordrhein-Westfalen

Eine Schulform für alle Kinder

Die Sekundarschule ist eine vergleichsweise junge Schulform in Nordrhein-Westfalen. Sie wurde zum Schuljahr 2012/2013 eingeführt, nachdem ihre gesetzliche Grundlage bereits 2011 geschaffen worden war. Ziel war es, den Schülerinnen und Schülern ein modernes, wohnortnahes und leistungsstarkes Bildungsangebot zu ermöglichen und gleichzeitig den unterschiedlichen Begabungen und Bildungswegen gerecht zu werden.
Die Sekundarschule umfasst die Klassen 5 bis 10 und ermöglicht alle Abschlüsse der Sekundarstufe I – vom Förderschulabschluss über den Ersten Schulabschluss (ESA; früher: Hauptschulabschluss) und den Erweiterten Ersten Schulabschluss (EESA; früher: Hauptschulabschluss nach Klasse 10) über den Mittleren Schulabschluss (FOR [Fachoberschulreife]; früher: Realschulabschluss) bis hin zum Mittleren Schulabschluss mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe (FOR-Q [Fachoberschulreife mit Qualifikationsvermerk]. Damit eröffnet sie vielfältige Bildungs- und Berufswege und hält möglichst lange alle Möglichkeiten offen.
Foto Gebäude Sälzer-Sekundarschule 2

Was ist das Besondere an der Sekundarschule?

Im Mittelpunkt der Sekundarschule steht der Gedanke, dass Kinder unterschiedlich lernen, sich unterschiedlich entwickeln und verschiedene Stärken besitzen. Deshalb lernen die Schülerinnen und Schüler zunächst möglichst lange gemeinsam, ohne bereits frühzeitig auf verschiedene Schulformen verteilt zu werden.
Während im klassischen dreigliedrigen Schulsystem nach der Grundschule meist eine Entscheidung zwischen Hauptschule, Realschule und Gymnasium getroffen wird, verfolgt die Sekundarschule einen anderen Ansatz: Sie ermöglicht längeres gemeinsames Lernen und fördert jedes Kind entsprechend seiner individuellen Fähigkeiten und seines persönlichen Lerntempos. Leistungsunterschiede werden nicht als Hindernis, sondern als Chance verstanden. Durch gezielte Förderangebote sowie innere und – je nach Organisationsform – auch äußere Differenzierung können alle Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Begabungen gefordert und gefördert werden.

Gemeinsam lernen – individuell wachsen

In den Klassen 5 und 6 lernen alle Kinder gemeinsam in heterogenen Lerngruppen. Die Erfahrungen aus der Grundschule werden bewusst fortgeführt. An der Sälzer-Sekundarschule Werl werden erst in höheren Klassen unterschiedliche Lernwege auf Grundkurs- oder Erweiterungskursebene in Mathematik, Englisch (ab Klasse 7), Deutsch und Biologie (ab Klasse 9) eingerichtet. Dabei werden in Mathematik und Englisch ab Klasse 7 zwar Grund- und Erweiterungskurse gebildet, die Schülerinnen und Schüler bleiben aber zunächst im Klassenverband zusammen (innere Differenzierung). Erst ab Klasse 9 finden in Mathematik und Englisch die Grund- und Erweiterungskurse in äußerer Differenzierung statt, d.h. der Unterricht findet nun in Kursen mit unterschiedlichen Leistungsanforderungen statt.
In Deutsch und Biologie wird ab Klasse 9 in Grund- und Erweiterungskursen unterschieden. Hier bleiben alle Schülerinnen und Schüler jedoch bis zu ihrem Abschluss trotz unterschiedlicher Leistungsanforderungen im Klassenverband zusammen (innere Differenzierung).
Dabei gilt stets das Prinzip:
Ein Wechsel zwischen unterschiedlichen Anforderungsebenen bleibt bei entsprechender Leistungsentwicklung jederzeit möglich. So erhalten Schülerinnen und Schüler die Chance, ihren Bildungsweg entsprechend ihrer persönlichen Entwicklung zu gestalten.

Lernband +

Sogenannte „Lernband+ Stunden“ unterstützen Schülerinnen und Schüler gezielt in den Kernfächern oder fördern besondere Begabungen. Sie finden einmal wöchentlich statt.

Wahlpflichtfächer

An der Sälzer-Sekundarschule beginnen die Wahlpflichtfächer (WP I) in der Jahrgangsstufe 7. Die Schülerinnen und Schüler wählen ein Fach, das sie bis zum Ende der Klasse 10 als Hauptfach belegen. Die Note ist daher für den Schulabschluss besonders wichtig und die Wahl sollte gut überlegt sein.
Folgende Wahlpflichtfächer werden an der Sälzer-Sekundarschule angeboten:

Alle Möglichkeiten bleiben offen

Ein wesentliches Merkmal der Sekundarschule ist ihre Offenheit für alle Bildungsziele. Sie bereitet sowohl auf eine qualifizierte Berufsausbildung als auch auf den weiteren schulischen Weg bis zum Abitur vor.
Die Sekundarschule besitzt zwar keine eigene gymnasiale Oberstufe, arbeitet jedoch verbindlich mit Gymnasien, Gesamtschulen oder Berufskollegs zusammen. Die Kooperationsschulen der Sälzer-Sekundarschule sind das Mariengymnasium in Werl und die beiden Berufskollegs Börde-Berufskolleg und Hubertus-Schwartz-Berufskolleg in Soest. So ist bereits bei der Anmeldung klar, an welcher Schule Schülerinnen und Schüler – bei entsprechender Qualifikation – ihre Schullaufbahn bis zum Abitur fortsetzen können. Diese verbindliche Kooperation schafft Planungssicherheit für Familien und ermöglicht einen nahtlosen Übergang in die Oberstufe.

Mehr als Unterricht

Die Sekundarschule ist in Nordrhein-Westfalen grundsätzlich als Ganztagsschule angelegt. Neben dem Fachunterricht bietet sie Zeit für individuelle Förderung, gemeinsames Lernen, Projekte, Arbeitsgemeinschaften sowie Berufs- und Studienorientierung.

Unsere pädagogische Überzeugung

Jedes Kind bringt eigene Talente, Interessen und Entwicklungsmöglichkeiten mit. Die Sekundarschule versteht Vielfalt als Stärke. Sie schafft ein Lernumfeld, in dem Leistung gefördert, Persönlichkeit entwickelt und Verantwortung übernommen wird.
Unser Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler auf ihrem individuellen Bildungsweg zu begleiten, sie fachlich und sozial zu stärken und ihnen die bestmöglichen Voraussetzungen für ihre Zukunft zu bieten – unabhängig davon, welchen Weg sie nach Klasse 10 einschlagen.